Am heutigen Tage ereignete sich der Einsturz des Daches eines alten Fabrikgebäudes. Da in solchen Situationen immer damit gerechnet werden muß, daß sich in dem verfallenen Gebäude spielende Kinder oder Obdachlose aufgehalten hatten, wurden die Trümmer von drei Hundeteams gründlich abgesucht. Zu Schaden gekommene Personen wurden dabei nicht gefunden.

LUCKENWALDE - Schrecksekunde gestern Mittag: Eine marode Fabrikhalle des ehemaligen Betriebes Kontaktbauelemente ist in Luckenwalde zwischen Grabenstraße und Poststraße eingestürzt. Der Ast eines großen Laubbaumes ist offenbar auf das Dach gekracht und hat das Gebäude zum Einsturz gebracht. Personen kamen nicht zu Schaden.
Bei der Feuerwehr lief der Alarm um 12.05 Uhr auf. Einsatzleiter Jörg Popke und sein Kollege Axel Niendorf eilten zum Unglücksort. "Wir konnten nicht viel ausrichten, haben das Areal abgesichert und andere Rettungskräfte angefordert. Es war nicht auszuschließen, dass sich in dem Gebäude Personen befanden", berichtet Jörg Popke. Deshalb wurde die Rettungshundestaffel des DRK "Berlin City" gerufen. "Wir sind mit drei Hundeführern, einem Staffelführer und drei ausgebildeten Trümmerhunden hier", berichtet Hundeführerin Katja Saul und schickt ihre Border-Collie-Hündin "Chaya" in die Trümmerhalle. Kurz zuvor hatte der Malinoi "Isca" kurz angeschlagen. Fehlalarm. Der Hund hatte eine Restwitterung aufgenommen, erklärt die Expertin. In der Halle befand sich alte Kleidung. Außerdem beeinflussen umherstehende Personen den Geruch. "Wenn da ein Mensch drin wäre, würde der Hund ganz anders reagieren", sagt die Hundeführerin. Das Team sichert eine Trümmerstelle grundsätzlich mit mindestens zwei Hunden ab. Die Vierbeiner gehen aber stets einzeln in die Trümmer. Kurz nach 15 Uhr gibt es Entwarnung: Keine Menschen in der eingestürzten Halle.
Vor Ort sind auch Vertreter von Polizei und städtischem Ordnungsamt. "Wir haben einen Bauzaun zur Absicherung aufstellen lassen", berichtet Isa Arlt vom Ordnungsamt. Sie leitet das Problem an den Kreis weiter. Bei der Unteren Bauaufsicht und der Umweltbehörde ist das Grundstück bekannt. Die Halle ist in den vergangenen Jahren von einem privaten Nachbarn hoffnungslos zugemüllt worden. Kühlschrank, Fernseher, Möbel, Kleidung und Unrat stapeln sich. "Die Polizei hat dem Bürger ein Platzverbot erteilt", sagt Isa Arlt. Mit dem Einsturz der Halle hat der Nachbar ursächlich aber offenbar nichts zu tun.
Bevor die Feuerwehr wieder abziehen kann, muss sie den Vierbeinern noch einen Dienst erweisen. Die Hunde brauchen ein Erfolgserlebnis. Deshalb begibt sich Feuerwehrmann Axel Niendorf als fingiertes Opfer in die Trümmerhalle. Kurz darauf ein lautes Bellen - der Hund hat ihn gefunden. (Von Elinor Wenke)
Original-Artikel: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11661728/61939/Rettungshunde-des-DRK-suchen-nach-Opfern-keine-Menschen.html