Pressemeldung

Eingabe: 24.11.2005 - 17:25 Uhr

17-Jähriger seit vergangener Nacht vermisst - Wer hat Ulrich Hinz gesehen?

Pankow

Der 17-jährige Ulrich Hinz aus dem Landkreis Märkisch Oderland wird seit der vergangenen Nacht vermisst. Das Krankenhauspersonal des Klinikums Buch hatte den Jugendlichen, der an Leukämie leidet, zuletzt kurz nach 21 Uhr auf der behandelnden Station gesehen. Ulrich Hinz gilt als depressiv. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er freiwillig aus dem Leben scheiden möchte. Mit einem Bild erhoffen sich die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung auf seinen Aufenthaltsort.

Der 17-Jährige ist knapp 1 Meter 90 groß und schlank. Zuletzt war er nur mit einer weißen Unterhose sowie einem roten T-Shirt bekleidet. Krankheitsbedingt hat er eine Glatze.

Die Polizei sucht seit der vergangenen Nacht mit mindestens 20 Beamten nach Ulrich Hinz. Zunächst konzentrierten sich die Beamten auf den Schloßpark Buch, dehnten aber am Vormittag den Bereich in nordöstliche Richtung bis in den Landkreis Märkisch Oderland hinein aus. Für die Suche in mehreren tiefen Seen und schlammigen Tümpeln standen Polizeitaucher zur Verfügung, die jedoch aufgrund der Größe der Gewässer zunächst nicht eingesetzt wurden. Auch Suchhunde der Polizei sowie des Deutschen Roten Kreuzes waren im Einsatz. Nach Verbesserung der Wetterlage ist seit dem Vormittag auch der Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera an der Suche beteiligt. Zur Stunde sind rund 60 Beamte der Berliner sowie der Bundespolizei auf der Bahntrasse zwischen den S-Bahnhöfen Röntgental und Bernau unterwegs, unter anderem werden auch Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Hinweise auf den Aufenthaltsort von Ulrich Hinz nimmt die Polizei in der Direktion 1 unter den Rufnummern 4664 171100 oder 118700 bzw. jede andere Polizeidienststelle entgegen.

© Der Polizeipräsident in Berlin Pressestelle
http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/32801/index.html
Berlin 25.11.2005

Ulrich (17): Panikflucht vor der Chemotherapie

SUCHE Die Ärzte und die Polizei befürchten, dass er sich was antut

N. Biewald,C. Keikus

Buch - Er will vor einer sehr schlimmen Krankheit davonlaufen! Ulrich Hinz (17) hat bösartigen Blutkrebs. Am Mittwoch verschwand der Jugendliche aus dem Helios-Klinikum in Buch - nur in mit seiner Unterwäsche bekleidet. Vor dem Krankenhaus fand eine Schwester sein Handy.

Ein letztes Telefonat mit der Mutter. Das war am Mittwochabend, 18 Uhr. "Der Junge bat sie, einige Dinge bei ihrem nächsten Besuch am Donnerstag mitzubringen, erzählte ihr aber auch, wie müde er sei", sagt Chefärztin Monika Schöntube (65).

Ulrich bat die Stations-Schwester um ein abendliches Bad. Nur mit einem roten T-Shirt und weißer Unterhose bekleidet schlich er gegen 20.55 Uhr über den Flur. Er ging nicht ins Bad, er ging zur Tür, verließ die Klinik - bei eisigen 4,5 Grad Kälte.

Schwestern und Ärzte suchten überall. Draußen fanden sie sein leuchtendes Handy. Die Polizei wurde alarmiert. 20 Beamte durchkämmten in der Nacht den Schlosspark Buch. Um 23 Uhr wurden erste Suchhunde eingesetzt. Um 3.30 Uhr kam die Unterstützung der DRK-Rettungshunde. "Am Vormittag haben wir Hubschrauber mit Wärmebildkameras eingesetzt", sagt Polizeihauptkommissar Holger Schulz. Ab da waren 60 Polizisten im Einsatz.

Leukämie, eine beängstigende Diagnose. Ulrich lebt seit Februar damit. Er kämpft, erträgt die Chemotherapie. Jetzt stand der Jugendliche aus Märkisch-Oderland vor dem zweiten Behandlungszyklus. Hat ihm das Angst gemacht?

Es gibt keine Spur von Ulrich Hinz. Seine verzweifelten Eltern eilten zur Klinik, wurden stationär aufgenommen. "Er muss bereits stark unterkühlt sein", befürchtet Monika Schöntube. Alle hoffen, dass sich Ulrich Hinz nicht das Leben nahm.

© Berliner Kurier http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/berlin/101746.html

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