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Explosion eines Mehrfamilienhauses in Halle am 21.12.2002

Sonntag, 22. Dezember 2002

Gasexplosion in Halle

Unglück oder Verbrechen?

Nach der Gasexplosion in Halle prüft das Landeskriminalamt, ob es sich um einen Unfall oder ein Verbrechen handelt. Bereits vor zwei Wochen waren nach Polizeiinformationen in dem jetzt zerstörten Haus Brandmittel gefunden und starker Gasgeruch festgestellt worden. Ob es einen Zusammenhang zu dem Unglück vom Samstag gebe, war zunächst unklar. Auch die genauen Eigentumsverhältnisse der Gründerzeitvilla müssten zunächst geklärt werden.

Heute dürfen die Bewohner des Altstadtviertels erstmals wieder ihre teilweise zerstörten Wohnungen betreten. Begleitet werden sie dabei nach Angaben von Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerkes und Psychologen. 40 Menschen verloren durch die Katastrophe vorübergehend ihr Obdach. Wann sie wieder zurückkehren können, sei ungewiss. Auch müsse erst die Statik der umliegenden Häuser geprüft werden.

Das Hauptaugenmerk von Rettungskräften und Helfern liege nun auf den Aufräumarbeiten. In der Nacht sicherten 120 Einsatzkräfte von Ordnungsamt und Polizei das 400 Quadratmeter große Areal, um Plünderungen vorzubeugen.

Die Polizei rechnet nach eigenen Angaben nicht mit Vermissten. Die in der jetzt völlig zerstörten Gründerzeitvilla Stephanusstraße 3 gemeldeten zwei Bewohner waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht im Haus.

Ein 52 Jahre alter Mann, der durch herumfliegende Trümmerteile schwer verletzt wurde, schwebt weiter in Lebensgefahr. Vier Menschen im Alter zwischen 23 und 50 Jahren kamen mit leichten Verletzungen davon. Augenzeugen sagten, die Szenerie in der Stadt in Sachsen- Anhalt wirke wie nach einem Bombenanschlag.

Bericht von n-tv

Verwüstung in Halle - Gasexplosion zerstört Haus - mehrere Verletzte

erstellt 21.12.02, 13:38h, aktualisiert 14:11h

Halle/dpa.  Eine Gasexplosion hat am Samstag in Halle an der Saale ein Bild der Verwüstung gezeichnet. Mindestens ein Mensch wurde schwer und zwei leicht verletzt. Mehrere Passanten wurden wegen kleinerer Verletzungen vor Ort ärztlich versorgt. Mit einer Rettungshundestaffel suchten die Rettungskräfte nach Verschütteten. Da in dem Haus, in dem sich die Explosion ereignete, größtenteils Geschäftsräume waren, ging die Polizei zunächst nicht von Verschütteten aus.

Die Explosion richtete in einem Wohnviertel der Stadt in Sachsen- Anhalt starke Zerstörungen an. Ein Gründerzeithaus wurde dem Erdboden gleich gemacht, zwei angrenzende Häuser sind stark beschädigt. Die Detonation riss teilweise die Außenwände weg. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz und löscht kleinere Brände. In einem Zelt werden Betroffene und Angehörige betreut.

Nach Augenzeugenberichten beschädigten umherfliegende Trümmerteile auch etwa 15 bis 20 parkende Autos, die nun mit einer starken Schicht aus Gesteinsbrocken und Staub überdeckt sind. Im Umkreis von rund 100 Metern zersplitterten die Fensterscheiben. «Plötzlich hat es geknallt», sagte Anwohner Hans-Werner Schmidt. Dann seien ihm schon die Glasscheiben entgegengeflogen.

Bereits vor zwei Wochen soll es in dem stark zerstörten Haus zu einem Defekt an der Gasleitung gekommen sein. Die Anwohner berichteten von starkem Gasgeruch, auch die Feuerwehr sei damals angerückt.

Bericht der Märkischen Zeitung Halle
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