Verschüttetensuche in Luckenwalde am 15.7.2002











Am Abend des 15.7.2002 alarmierte uns die Feuerwehrleitstelle Berlin mit dem Zusatz "Wohnhauseinsturz in Luckenwalde" zu einem Rettungshundeeinsatz. Nur wenige Minuten später hatte ich alle einsatzrelevanten Daten der einsatzführenden, brandenburgischen Behörde erhalten. Im Ortskern von Luckenwalde war gegen 22:00 Uhr ein nicht mehr genutztes Fabrikgebäude teilweise eingestürzt. Da im Vorfeld sehr häufig Kinder in der seit Jahren baufälligen Ruine gesehen wurden, ging man davon aus, daß auch zum Zeitpunkt des Einsturzes Kinder im gefährdeten Bereich gespielt haben könnten. Die Feuerwehr Luckenwalde, die bereits Minuten nach dem Einsturz am Ort des Geschehens eingetroffen war, handelte besonnen und richtig: keine Einsatzkraft durfte das Objekt betreten, es bestand akute Einsturzgefahr für das gesamte Gebäude.

Gemeinsam mit der vor Ort befindlichen Polizei wurde entschieden, daß hier Rettungshunde zum Einsatz kommen müssen. Um 22:45 informierte man die Feuerwehrleitstelle daß hier Rettungshunde anzufordern sind. Gegen 22:50 wurden wir alarmiert, nach einer kurzen telefonische Absprache mit den Kräften vor Ort fuhren wir mit zwei Teams und zwei Einsatzfahrzeugen Richtung Luckenwalde und trafen nur 45 Minuten nach der Alarmierung dort ein.

Um 23:45 wurden wir vor Ort eingewiesen, die Feuerwehr Luckenwalde hatte bereits mehrere Fahrzeuge zum Ausleuchten der Einsatzstelle platziert und mit entsprechender Lichttechnik ausgestattet. Die Drehleiter war ausgerichtet und so konnten wir uns schon wenige Minuten nach unserem Eintreffen an der Einsatzstelle ein Bild über das gesamte Schadensausmaß machen.

Das Dach eines ca. 30-40 Meter langen und 10-15 Meter breiten Gebäudes mit mehreren Nebengelassen war vollständig eingestürzt. Aufgrund der hohen Baufälligkeit des gesamten Objektes kam es zusätzlich zum Deckendurchbruch zwischen dem ersten Stock und dem Erdgeschoß.

Bei der Dachkonstruktion handelte es sich um ein Ziegeldach mit entsprechender Holz-Unterkonstruktion. Die Dachbalken waren fast vollständig duchgefault und bereits stark bewachsen, die Decke des ersten Stocks war ebenfalls aus Holz und zu 2/3 der gesamten Fläche ebenfalls durchgebrochen.

Der Zugang in das Objekt war nur über zwei Seiteneingänge möglich, da der Haupteingang aus Sicherheitsgründen schon seit längerem zugemauert war. Das Mauerwerk war noch weitestgehend stabil und somit waren diese Seiteneingänge die geeignete Zugangsmöglichkeit für die Hundeteams. Da die Hundeführer das Objekt nicht betreten durften, war es sehr schwer die Hunde bei der Arbeit zu beobachten. Dies über die ausgerichtete Drehleiter der Feuerwehr zu versuchen scheiterten daran, daß die Hunde den auf der Leiter befindlichen Helfer in ca 15 Metern Höhe noch anzeigten. Über ein Quergebäude war es dann möglich auf die Hunde einzuwirken und diese mit Handzeichen durch das Objekt zu schicken.

Während der Suchmaßnahmen erhielten wir den Hinweis, daß sich auch des öfteren Wohnungslose hier aufgehalten haben sollen, was durch unsere eingesetzten Kräfte jedoch nicht bestätigt werden konnte, da es auch hierfür keine Hinweise gab.

Es wurde im gesamten Teil keine einer Schlafstätte ähnelnde Stellen gefunden, das Haus war für den Zustand in dem es sich befand verhältnismäßig sauber, es befanden sich kaum Abfälle oder andere Gegenstände, die auf eine illegale Nutzung rückschließen ließen, im Inneren des Objektes.

Nach 2,5 Stunden wurde die Suche eingestellt, die eingesetzten Teams hatten zu keiner Zeit den Eindruck, daß ihre Tiere hier in irgend einer Art und Weise menschliche Witterung aus dem Gebäude bekommen haben, die Anzeigen der Tiere während der Suchen waren eindeutig darauf zurückzuführen, daß der eingesetzte Helfer auf der Drehleiter angezeigt wurde. Das Gebäude wurde um 2:20 an die Polizei Luckenwalde als abgesucht übergeben.

Einsatzdaten:

Einsatzbeginn:22:50 Uhr
Einsatzende:03:45 Uhr
Entfernung Berlin Luckenwaldeca. 90 km
Anfahrt über dieB 101
eingesetzte Teams:2
eingesetzte Helfer:4
Wetter:trocken ca. 22 Grad
Witterung:trocken
Medienversorgung Wasser:war abgestellt
Medienversorgung Strom:war abgestellt
Helferversorgung:erfolgte durch die Feuerwehr Luckenwalde

Gebäudebeschreibung:

Es handelte sich um ein Wirtschaftsgebäude mit Queranbau, das in früheren Jahren der Sammlung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen diente und seit über 15 Jahren nicht mehr genutzt wurde. Das Gebaüde bestand im Wesentlichen aus einem mehrstöckigen und einem einstöckigen Gebäudeteil, wobei der einstöckige Teil zum Einsturz kam. Das eingestürtze Dach, ca. 500 qm, kam auf die gesamte Länge zum Einsturz, es bestand aus einem hölzernem Dachstuhl wie er noch heute verwendet wird, Holzlattung und Dachziegeln.

es wurde abgesucht:es suchten:
- Hauptgebäude auf die gesamte Länge und BreiteHunde
- Hauptgebäude erste Etage komplett soweit wie möglichHunde
- Freifläche um das HauptgebäudeHelfer
- Hofanlage des HauptgebäudesHunde und Helfer
- SeitengelassHelfer
- Anbau ebenerdig ohne Verbindung zum HauptgebäudeHelfer
- Parkplatz und benachbarte GrünflächeHunde und Helfer

andreas grikowsky
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